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Gedanken aus der Baugruppe

Die Werkstatt

Unser Konzept für gemeinsames Reparieren und Bauen mit Glocke. Organisation, öffentliche Nutzung und bauliche Umsetzung werden weiterentwickelt.

Die Idee

Wer sich in der Werkzeugabteilung eines Baumarkts umsieht, bekommt einen Eindruck davon, für wie viele Menschen handwerkliche Betätigung eine Art Grundbedürfnis ist und mit welchem Aufwand und zu welchen Kosten sie es befriedigen – sofern sie über den Platz und die erforderlichen Mittel verfügen. In einer dicht besiedelten urbanen Nachbarschaft sind private Hobbykeller und Garagenwerkstätten aber nur für eine Minderheit eine Option. Mit einer Gemeinschaftswerkstatt, die auch für Außenstehende nutzbar ist, schaffen wir eine Alternative für Wilhelmsburgerinnen, die über solche Möglichkeiten nicht verfügen. Außerdem entsteht in einer autofreien oder autoarmen Nachbarschaft wie dem Elbinselquartier für viele Bewohnerinnen immer wieder die Notwendigkeit kleiner und gelegentlich auch größerer Fahrradreparaturen. Auch dafür schaffen wir einen Ort, für uns selbst und unsere zukünftigen Nachbar*innen.

Partnerschaft mit dem Bauprojekt Glocke

Unsere Werkstatt planen und errichten wir im Gemeinschaftsbereich des Mahala-Gebäudes, finanzieren und betreiben sie aber gemeinsam mit dem Nachbarprojekt Glocke. Über die genaue Verteilung der Kosten und des Arbeitsaufwands für Organisation und Betreuung müssen sich die beiden Baugruppen noch verständigen, ebenso über die zweckmäßigste Form einer finanziellen Beteiligung der Glocke am Bauprojekt Mahala.

Die bauliche Umsetzung

Die Werkstatt soll aus zwei unterschiedlichen Arbeitsbereichen bestehen. Die aktuellen Flächen zeigt der Gemeinschaftsraumplan. In einem Bereich sollen Fahrradreparaturen stattfinden und ein weiterer Bereich lärm- und ggf. staubintensivere Arbeiten ermöglichen, ohne die Bewohner*innen der angrenzenden Wohnungen zu stören oder die Nutzbarkeit des Lesesalons einzuschränken. Wo welcher Werkstattbereich untergebracht wird, wie der Schallschutz konzipiert wird und welche Arbeiten wo möglich sein werden, wird im Zuge der LP3 zusammen mit einem Büro für Bauphysik ermittelt, das gegenwärtig noch nicht in die Planung eingebunden ist.

Öffnung nach außen

Die Fahrradwerkstatt soll einmal wöchentlich für Außenstehende geöffnet werden, wobei sachkundige Bewohner*innen von Glocke und Mahala Aufsicht führen und Gästen bei Reparaturarbeiten an ihren Rädern helfen. Das Konzept orientiert sich an bereits bestehenden offenen Werkstätten in Wohnprojekten wie der Klimaschutzsiedlung in Klein Borstel, zu der gute Kontakte bestehen.

Eine Öffnung des lärmintensiven Werkstattbereichs nach außen ist aus Platz- und Schallschutzgründen und eventuell auch wegen der Zugänglichkeit von verletzungsträchtigem Werkzeug noch nicht sicher planbar. Für Externe soll in jedem Fall die Möglichkeit geschaffen werden, verschiedene Arten von Werkzeug gegen eine kleine Gebühr tageweise auszuleihen, etwa Akkubohrschrauber oder Exzenterschleifer.

Organisation und Trägerschaft

Erfahrungsgemäß kommt eine offene Fahrradwerkstatt der geplanten Größe ohne aufwendigen organisatorischen Überbau aus – eine kleine Gruppe Engagierter aus den beteiligten Baugemeinschaften oder der näheren Nachbarschaft genügt. Die Anmeldung eines Kleingewerbes ist angedacht, um kostengünstig Verschleißteile wie Reifen, Schläuche, Bremsbeläge und Bowdenzüge anbieten zu können. Ebenfalls angedacht ist, dass ein Werkstatt-Verein unter Beteiligung von Glocke und Mahala den lauten und kostenintensiven Teil der Werkstatt einrichten, betreuen und organisieren könnte – unter anderem durch Schulung der Mitglieder und Vergabe von Zeitfenstern für die Nutzung. Zugleich könnten Vereinsbeiträge dazu beitragen, die Kosten für Einrichtung und Betrieb fair auf alle Nutzenden zu verteilen.