Gedanken aus der Baugruppe
Der Lesesalon
Unser Konzept für den Lesesaal: gemeinsam lesen, arbeiten und ins Gespräch kommen. Trägerschaft, Öffnungszeiten und Gestaltung sind geplant und noch nicht umgesetzt.
Die Idee
Die Idee des Lesesalon ist es, sich nicht alleine Gedanken zu machen, sondern neben und mit anderen. Wir glauben, dass das auch nötig ist. Im digitalen Zeitalter verschwinden Archive und Bibliotheken aus dem öffentlichen Raum in die Cloud und auf Festplatten und auch das Lesen und Anschauen findet fast ausschließlich im Privaten statt. Wir machen unsere Lektüren mit uns und unseren digitalen Endgeräten aus. Ein gemeinschaftlich organisierter Raum, in dem Medien analog verfügbar sind, wirkt dieser Privatisierung des Lesens und Schauens bewusst entgegen. Der Lesesalon ist ein Teil des Mahala-Gemeinschaftsraumes, der sich an die Baugemeinschaft, an den Baublock und an die ganze Nachbarschaft wendet. Er ist sowohl Gemeinschaftsraum der Baugemeinschaft Mahala, als auch Bibliothek und Veranstaltungsraum, ein Ort, an dem Bücher, Zeitschriften und andere Medien gelesen, vorgelesen, getauscht, erklärt und diskutiert werden.
Trägerschaft
Die Räumlichkeiten des Lesesalons gehören der Mahala WEG. Um eine möglichst konfliktfreie und fruchtbare Nutzung sowohl durch die Privathaushalte der Baugemeinschaft als auch durch eine interessierte, nachbarschaftliche Öffentlichkeit zu organisieren, braucht es für den Lesesalon eine Trägerschaft: Es gründet sich der Lesesalon e.V. (Arbeitsname), ein gemeinnütziger Verein, der die Räume gegen Übernahme der Betriebskosten von der Mahala WEG anmietet. Teil des Mietvertrags ist eine Abmachung, dass der e.V. der WEG die Räumlichkeiten für private Zwecke zur Verfügung stellt und dass die WEG dem e.V. regelmäßige Öffnungszeiten und (abendliche) Veranstaltungen ermöglicht.
Wie organisieren wir den Lesesalon?
Der Verein organisiert einen Online-Kalender, in dem die Vereinsmitglieder bzw. -gremien und die Mitglieder der WEG ihre Termine koordinieren können. Der Verein legt regelmäßige Öffnungszeiten in Absprache mit der WEG fest. Die WEG-Mitglieder können sich für Privatzwecke online in den Raum einbuchen.
Öffentliche Nutzung
Der Lesesalon ist grundsätzlich zugänglich für die Mitglieder des Vereins und der WEG. Tagsüber kann er Co-Working Space sein für alle die, die Stillarbeit machen. Einmal wöchentlich – bei Bedarf und ausreichend Engagement auch öfters – öffnet sich der Lesesalon nachmittags (14-18 Uhr) für die Öffentlichkeit. Der Verein organisiert bei Bedarf – zusammen mit einem lokalen sozialen Träger – Hausaufgabenbetreuung für Schüler*innen aus dem Stadtteil. Die Vereinsmitglieder kuratieren selbst Veranstaltungen, sind aber auch offen für Vorschläge aus dem Stadtteil – denkbar sind Lesungen, Lesekreise, Vorträge, Filmabende, Diskussionsveranstaltungen.
Architektur & Gestaltung
Der Lesesalon entsteht im Erdgeschoss der Baugemeinschaft Mahala. Die aktuellen Flächen zeigt der Gemeinschaftsraumplan. Er teilt sich Toilette und Küche mit der Gemeinschaftswerkstatt. Die Idee des Lesesalon ist inspiriert vom „Salon Livresque“ des Hamburger Künstlers Thorsten Brinkmann, den der Konzepttext aus der Hamburger Kunsthalle kennt. Brinkmann hat hier für ein Sammlerpaar einen Raum gestaltet – aus umgestalteten Möbel und Objekten. Auch der Mahala-Lesesalon soll eine künstlerische Gestaltungshandschrift tragen. Unser Architekturbüro Heide & von Beckerath entwirft einen robusten Raum, WEG und e.V. geben zusammen einer Hamburger Künstlerin den Auftrag, in nachhaltiger Bauweise (Altholz, Upcycling) einen Ort zu schaffen, der zugleich Bibliothek, Arbeits-, Veranstaltungs-, Rückzugsort und Gemeinschaftsraum der WEG sein kann. Bücher- bzw. Medienregale, ein langer Tisch, an dem 20-30 Menschen Platz finden, Lesesessel- oder Landschaften, Arbeitsnischen – der Lesesalon wird multifunktional sein.
Der Bestand
Aufgabe des e.V. wird es sein, ein Konzept für den Medienbestand des Lesesalons zu organisieren. Die Gemeinschaftsraum AG von Mahala und der Verein werden bis Herbst 2028 an Archive, private und städtische Träger herantreten, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Der Lesesalon wird der Nachbarschaft die Gelegenheit geben, Teile ihrer Bücherschätze zu vergesellschaften – wobei der Verein die Auswahl trifft. Es soll ein Tauschregal geben, aber darüber hinaus wird der Lesesalon eine Präsenzbibliothek sein.
Zeitplan als Konzeptentwurf
Diese Schritte sind Ziele aus dem Konzept, keine bestätigten Termine.
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2026–2027 Recherche zu Kooperationspartner*innen, Medienbestand und Vereinsgründung.
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Frühjahr 2028 Gründung des Lesesalon e.V. (Arbeitsname).
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Herbst 2028 Nutzungsvertrag mit der WEG Mahala ausarbeiten.
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Frühjahr 2029 Gestaltung des Lesesalons ausschreiben.
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Ende Mai 2029 Gestaltungsauftrag vergeben.
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Sommer 2030 Angestrebte Eröffnung des Lesesalons.
